Spazierengehen

Früher wäre es mir nie im Leben eingefallen mit meinem Pferd an der Hand spazieren zu gehen.. spazierengehen mit dem Pferd war für mich ein gemütlicher Ausritt.

Heute sieht das anders aus. Gerade im Winter ist ja der Boden oft nicht so top, die Temperaturen sind auch eher niedrig. Dann bietet sich das spazierengehen an der Hand ganz besonders an. Der Führende bleibt in Bewegung und friert nicht und für das Pferd kann das Spazierenführen eine willkommene Abwechslung zum sonstigen Programm bieten. Man kann – wie auch beim Ausreiten – unterwegs vieles mit seinem Pferd üben, immer wieder einmal dazwischen eingestreut und bringt dadurch mehr Selbstverständlichkeit in die Übungen. Die Pferde lernen dabei auch besser auf den Menschen zu ‚hören‘. Natürlich ist es eine gänzlich andere Situation, als wenn man am Platz Bodenarbeit mit dem Pferd macht. Draussen kann man dann in manchen Konstellationen feststellen welche Basis man aufgrund der bisherigen Arbeit gerade hat.

Meine persönliche Empfehlung für solche Spaziergänge wäre aus Sicherheitsgründen entweder einen Kappzaum mit Longe oder ein Knotenhalfter mit einem mind. 4 m langen Seil zu verwenden. Der Kappzaum mit der Longe wäre meine bevorzugte Variante, weil dabei eine gute Einwirkung erzielt werden kann, andererseits aber die Verletzungsgefahr für das Pferd im Falle einer Flucht aus meiner Sicht nicht so hoch ist wie beim extrem scharfen Knotenhalfter. Wenn man ein Pferd aus welchem Grund auch immer nicht mehr halten kann und es läuft mit Knotenhalfter und Seil (beides ja meist sehr massiv und auch mit entsprechendem Karabiner) frei, tritt auf das Seil, dann möchte ich die Folgen mit dem Knotenhalfter ehrlich gesagt nicht wissen… Selbstverständlich ist auch ein Kappzaum sicher nicht ohne, wenn das Pferd frei läuft und auf die Longe tritt, aber bei einem guten Kappzaum sollte sich die Einwirkung besser verteilen und nicht so punktuell wirken. Zusätzlich denke ich, dass die Möglichkeiten ein Pferd mit Kappzaum und Longe zu halten besser sind, als mit Knotenhalfter und Seil.

Spazierengehen am Stallhalfter mit dem kurzen Anbindestrick birgt aus meiner Sicht immer Risiko in sich:

  • einerseits hat man durch das Stallhalfter kaum eine Einwirkung auf das Pferd, wenn es sich schreckt und
  • zweitens hat das Pferd durch den extrem kurzen Strick kaum die Möglichkeit sich mal kurz zu schrecken und trotzdem noch im Einflussbereich des Menschen zu bleiben

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass das Pferd die Möglichkeit hat auch einmal einen Satz zur Seite zu machen (ich denke, das ist einfach eine ganz normale Reaktion, die man einplanen muss). Verwendet man eine Longe oder ein längeres Seil, dann ist diese Möglichkeit gegeben. Mit dem kurzen Anbindestrick stößt man hier allerdings rasch an Grenzen.

Ich kann es jedem Pferdebesitzer nur empfehlen auch das Spazierengehen an der Hand zu praktizieren bzw. auch zu üben – man weiß nie welche Anforderungen noch einen zukommen und wenn sich ein Pferd brav führen lässt und das auch gewöhnt ist, hat man dann manchmal eine Sorge weniger…

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde

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