Pferde und Kompensation

Geahnt habe ich ja schon lange, aber mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass unsere Pferde wahre Künstler in der Kompensation sind!

Pferde sind in der Natur letztlich darauf angewiesen sich bewegen und vor allem auch rasch flüchten zu können. Selbst wenn ein Pferd rasch fliehen kann, würde es mit einer deutlich unausgewogenen Bewegung wie bei einer Lahmheit sofort auffallen. Damit ist es wohl leicht nachvollziehbar, dass Pferde so einiges an Schmerzen wegstecken können ohne dass man das in der Bewegung an sich wahrnehmen kann. Wenn man genauer hinsieht, kann man aber in der Mimik oft durchaus eine Anspannung/Unwohlsein feststellen….

Unsere Pferde versuchen meist extrem lange alles auszuführen was wir von ihnen verlangen – erst, wenn es wirklich sehr weh tut oder gar nicht mehr geht, wird etwas ‚verweigert‘ wie beispielsweise der Rechtsgalopp. Wenn man erst zu diesem Zeitpunkt einen Spezialisten hinzuzieht, kann es doch einige Zeit dauern bis die alten Schonhaltungen aufgebrochen werden können… oft taucht dann dahinter auch wieder etwas neues auf… – ja, es geht nur Schritt für Schritt zurück auf den richtigen Weg, um den Körper und die Gelenke wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Je früher ein Pferdebesitzer erkennt, dass das Pferd Unterstützung braucht, desto schneller und effektiver kann diese greifen.

Ich komme aus der IT-Branche und insofern ist es für mich sonnenklar, dass ein banales Stammdatenproblem, das sich unerkannt in die Bewegungsdaten einschleicht zu großen Schwierigkeiten und aufwändigen Lösungen führen kann.

Erst heute wurde mir so richtig bewusst, dass es sich beim Pferd im Grunde genommen auch nicht anders verhält – unsere Pferde werden heute oft so gezüchtet, dass sie als Bewegungskünstler in jungen Jahren auf sich aufmerksam machen…  Dadurch wird oft die normale Statik unserer Pferde aus dem Lot gebracht und wenn wir diese Pferde dann noch reiten möchten, kann das Pferd oft nur mehr zu kompensieren versuchen, wenn es seine Aufgabe erfüllen möchte….

Balanceprobleme treten heute immer öfter auf – stellt euch doch mal vor, was das für das Fluchttier Pferd bedeutet! Richtig – Stress! Sobald ein Pferd ein Balanceproblem hat, hat es auch mit ziemlicher Sicherheit Stress im täglichen Training, speziell an der Longe oder unter dem Reiter – und vielleicht sogar in Haltung!

Manchmal hat ein Pferd auch einfach Schmerzen in einem Bereich und kompensiert das so gut, dass es nicht/kaum erkennbar ist. Oder ein Pferd schont einen Bereich weiterhin, obwohl der Schmerz nicht mehr existieren kann/sollte… – hier gibt es sicher zahllose Beispiele wie ein Tierarzt mit einem Vitalcoach Hand in Hand arbeiten kann, um für das Pferd die beste Lösung zu finden. Wir alle bemühen uns letztlich darum, dass es dem Pferd (wieder) gut geht.

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde

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