Kleine Dinge – Große Wirkung…

Oftmals besteht meine Tätigkeit als Vitalcoach darin Puzzlesteine zu einem Ganzen zusammenzufügen oder zu versuchen die Ursache für ein bestimmtes Verhalten herauszufinden.

Das mag jetzt vielleicht ein wenig theoretisch klingen, daher möchte ich es an Hand eines Beispiels mit Leben erfüllen: wenn ich beispielsweise bei einem Pferd einen erhöhten Stresslevel bemerke, dann versuche ich durch gezielte Fragen an den Pferdebesitzer und eventuell den Betreuer des Pferdes mögliche Ursachen herauszufinden. Haben wir dann etwas ‚Verdächtiges‘ gefunden, gilt es Lösungswege zu suchen, um die Situation für das Pferd zu verbessern.

Meiner Erfahrung nach wird gerade bei Boxenpferden häufig unterschätzt wieviel Stress durch einen ungeliebten Boxennachbarn ausgelöst werden kann. Die Pferde können in den Boxen ja kaum ausweichen und werden manchmal durch die Anordnung der Futterkrippen bzw. den Vorlageplatz des Heus noch dazu gezwungen unmittelbar neben dem Nachbarn zu fressen. Manchmal sieht man, dass die Pferde  ins Gitter beißen oder dem Nachbarn drohen.

Ich habe den Eindruck, dass es früher eher üblich war, dass darauf geachtet wurde, ob benachbarte Pferde auch gut miteinander auskommen. Heute bekommt ein neues Pferd oft die gerade freie Box und die Tiere müssen sich damit abfinden.

Manch einer von uns hat vielleicht einen Nachbarn, mit dem man nicht so gut auskommt, doch wir haben den großen Vorteil, dass wir üblicherweise in unseren eigen vier Wänden unseren Nachbarn weder sehen noch fühlen. Wie mag sich das aber für ein Pferd anfühlen, das doch oft viele Stunden neben einem anderen Pferd verbringen muss, das ihm unsympathisch ist?

Ein Umstellen der Pferde ist heute in den meisten Ställen kaum mehr zu bewerkstelligen, manchmal kann es aber schon helfen, wenn die Fressplätze der nicht so verträglichen Tiere so gelegt werden, dass die Distanz möglichst groß ist. In einigen Fällen konnten wir durch einen teilweisen Sichtschutz zwischen den Boxen Abhilfe schaffen. Man muss hier ja nicht gleich etwas fixes montieren, sondern kann beispielsweise einmal mit einem Stoff oder einer Plane versuchen, ob die Situation dadurch verbessert werden kann. Wenn es sich bewährt, dann kann man sich ja eine ’schöne Lösung‘ einfallen lassen.

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde

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Stress bei Pferden

Nicht nur wir Menschen leiden in der heutigen Zeit vermehrt unter Stress, sondern leider auch unsere Pferde.

Zum Einstieg vielleicht einmal zwei wesentliche Aspekte:

  • Eigentlich ist unser Pferd dafür gemacht täglich lange Strecken im Schritt zurückzulegen und dabei laufend wenig nährstoffhaltige, aber balaststoffreiche Nahrung zu sich zu nehmen. Der gesamte Verdauungstrakt des Pferdes ist so ausgelegt aus aller aufgenommenen Nahrung das Maximum zu verwerten.
  • Pferde sind Herdentiere, können die Zugehörigkeit zu einer Gruppe in der Natur aber mehr oder minder frei wählen

Sehen wir uns im Vergleich dazu gleich einmal unsere heutigen Haltungsformen an. Viele Pferde werden in Boxen gehalten und bekommen hoffentlich zumindest für einige Stunden freien Auslauf, oft auch in Gruppen. Die Futterration und die Häufigkeit wird vom Menschen gesteuert. Wie oft wird dabei übersehen, dass ein Pferd als Dauerfresser nie mehr als vier Stunden Freßpause haben sollte? Der eindeutige Vorteil dieser Haltungsform ist sicherlich, dass das Pferd sich in den Zeiten in der Box ’sicher‘ fühlen und regenerieren kann. Andererseits kann auch ein unpassender Boxennachbar zu einem Streßfaktor werden. Ideal wäre es dann die Box (oder den Nachbarn) wechseln zu können, sollte dies nicht möglich sein, hilft eventuell zumindest ein teilweiser Sichtschutz zum ungeliebten Nachbarn.

Wenn Pferde in Offenställlen leben, würfeln letztlich wir Menschen die Gruppen aus Pferdesicht beliebig zusammen. Solange die Räumlichkeiten ausreichend groß dimensioniert sind und genügend Futter-, Trink- und Schlafstellen zur Verfügung stehen, kann das auch funktionieren. Der große Vorteil dabei ist natürlich, dass die Pferde sich in definiertem Rahmen frei bewegen können und oft auch 24h Raufutter zur Verfügung haben, was der Natur des Pferdes grundsätzlich entgegenkommt.

Pferde, die gestresst sind, leiden oft an Verdauungsstörungen – wie beispielsweise Kotwasser oder Blähungen.

Kürzlich wurde ich zufällig Zeuge einer für das Pferd stressigen Situation, die dem Besitzer aber gerade einmal ein ‚da muss er durch‘ entlockte: das Pferd stand angehängt alleine am Putzplatz und wurde durch ein plötzlich auftretendes Geräusch erschreckt. Als Fluchttier wollte es weg, konnte es aber nicht, weil es ja angebunden war. Zum Stress wegen der fehlenden Fluchtmöglichkeit kam auch noch die schmerzliche Einwirkung im Genick.

Auch Langeweile kann in Stress ausarten! Pferde sind von Natur aus entdeckungs- und experimentierfreudig. Das merkt man auch immer sehr deutlich, wenn man mit dem Pferd neue Dinge macht, wie beispielsweise bei der Bodenarbeit. Manchen Pferden wurde dies leider schon im Jugendalter verleidet und diese Pferde reagieren dann wiederum manchmal eher wieder gestresst auf neue Anforderungen.

Das Pferd kann auch durch Schmerzen gestresst werden. Warum? Es ist ein Fluchttier und als solches bei erkennbaren Schwächen eine leichte Beute. Manche Pferde zeigen äußerlich übrigens erst spät  Anzeichen für Schmerzempfinden wie beispielsweise Lahmheit. Das bedeutet im Umkehrschluß: nur weil das Pferd nicht lahmt, heißt das nicht zwangsweise, dass auch alles in Ordnung ist.

Pferde sind sehr sensibel und so kann auch Stress vom Besitzer auf das Pferd übertragen werden. Wenn Ihr beispielsweise abgehetzt nach einem harten Arbeitstag in den Stall kommt und noch schnell reiten wollt, wird das vermutlich nicht so gut klappen.

Manchmal haben auch unsere Pferde ‚einen schlechten Tag‘ oder können sich einfach nicht so gut konzentrieren – als Besitzer wissen wir ja oft nicht was gerade vorher vorgefallen ist. Gab es vielleicht eine Jagd in der Gegend und das Pferd befindet sich noch immer in Anspannung?

Pferde, die ihren Stress deutlich zum Ausdruck bringen – sei es in ihrer Mimik, durch häufiges Misten bzw. ihrem Fluchtverhalten sind als solche leicht zu erkennen. Allerdings gibt es extrem viele, nennen wir sie mal ‚passive Stresstypen‘, die äußerlich kaum wahrnehmbar reagieren. Das kann sich manchmal nur in einem leicht festgehaltenen Unterkiefer äußern, es kann aber auch sein, dass das Pferd komplett ‚abschaltet‘ und kaum mehr auf äußere Eindrücke zu reagieren scheint. Wenn sich ein Pferd in diese Richtung verändert (hat), sollte dies für den Besitzer das Signal sein sich auf die Suche nach der Ursache zu begeben.

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde

 

Anmerkung: die genannten Stressfaktoren verstehen sich beispielhaft und sicher nicht vollständig…

 

Karotten…

Im Zuge meiner Kundenbesuche erkundige ich mich auch immer sehr genau wie die Pferde gefüttert werden. Sehr oft höre ich dann gerade jetzt im Herbst, dass es täglich mehrere Kilogramm Futterkarotten gibt, die teils sehr günstig zu bekommen sind…

Karotten enthalten viel Zucker und daher sollte man gerade im Herbst bei Pferden, die noch zusätzlich Weidezugang haben ganz besondere Vorsicht walten lassen. Gemäß Empfehlung von Experten sollten unsere Pferde generell nicht mehr als 2 bis max. 3 Karotten am Tag bekommen. Hufrehepferde sollten überhaupt keine Karotten bekommen!!

Dazu kommt noch, dass diese Futterkarotten meist aus herkömmlichem Anbau stammen und damit mit verschiedensten Schadstoffen angereichert sein können und damit auch eine starke Nitrat-Belastung aufweisen können.

Aus meiner Sicht ist generell Qualität vor Quantität zu wählen. Dh. in Bezug auf Karotten empfehle ich diese wirklich nur in geringen Mengen , dafür aber in Bio-Qualität zu verfüttern – außer bei Hufrehepferden, wo man die Karotten ganz weglassen sollte.

Eine Bio-Karotte ergibt, in Scheiben geschnitten, eine durchaus ansehnliche Anzahl an ‚Leckerlis’… und wenn ich das zum Clickern nutzen möchten, dann werden die Scheiben bei entsprechender Größe noch halbiert…

Die Karotte ist für mich kein Futtermittel, sondern ganz eindeutig ein Leckerli und sollte auch beim gesunden Pferd als solches betrachtet werden…

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde

 

Update 5.3.2016: interessanter Artikel in der Pferderevue

Hitze

Wir erleben derzeit gerade eine recht warme, oft sogar heiße Zeit. Unsere Pferde vertragen Hitze bei weitem nicht so gut wie Kälte. Die Ursache liegt darin begründet, dass die Körperoberfläche im Vergleich zur Körpermasse recht gering ist – auch wenn das vielleicht eigenartig klingen mag.

Mancher Pferdebesitzer versucht seinem Pferd durch Abduschen mit kaltem Wasser eine Abkühlung zukommen zu lassen. Wichtig ist hier grundsätzlich immer langsam bei den Beinen mit dem Abspritzen zu beginnen und zwar idealerweise rechts hinten. Zuerst die Hinterbeine kühlen und dann vorne rechts weitermachen, links vorne dann als letztes Bein und hier bitte vorsichtig nach oben gehen. Die meisten Pferde mögen es nicht, wenn sie am Körper mit kaltem Wasser abgespritzt werden und zeigen dies auch mehr oder minder deutlich. Wohingegen ein ‚Abschwammen‘ mit lauwarmen Wasser von vielen Pferden auch am Körper gerne angenommen wird. In dieser Zeit sind ja auch die Insekten meist besonders aktiv und Pferde, die viel draußen und vielleicht ein wenig empfindlich sind, reagieren mit ‚Dippeln‘. Hier hat es sich bewährt, wenn man die Pferde täglich mit Essigwasser abschwammt.

Gerade in diesen Zeiten ist es besonders wichtig, dass die Pferde wirklich rund um die Uhr ausreichend Zugang zu frischem, qualitativ einwandfreiem Wasser haben! Wasser ist für das Pferd hinsichtlich des Verdauungstraktes und Stoffwechsels essentiell, aber ganz besonders auch hinsichtlich der Thermoregulation. Es gilt auch zu berücksichtigen, dass in Offenställen mit größerem Pferdebestand wirklich ausreichend Tränker zur Verfügung stehen, dass auch die rangniederen Tiere ihren Wasserbedarf stressfrei decken können. – Ein einfacher Check, ob das Pferd unter Dehydrierung leidet: zieht eine Falte am Hals und schaut wie lange es dauert bis sich diese wieder glättet – eigentlich sollte das sofort geschehen.

Ein Salzleckstein gehört mittlerweile hoffentlich zur Standardausstattung jeder Box bzw. jeden Offenstalls. Aber gerade in der heißen Zeit sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass dieser für alle Pferde jederzeit zugänglich ist/sind.

Die Arbeitsbelastung für das Pferd wird wohl ohnedies jeder verantwortungsvolle Reiter zurücknehmen, wenn das Thermometer Temperaturen jenseits der 35 Grad zeigt.. – die individuelle Grenze für das eigene Pferd kennt jeder selbst am besten und es gibt viele Pferde, wo schon unter 30 Grad besser Schonung angesagt ist..

Ganz besonders sollte man natürlich auf ältere Pferde Rücksicht nehmen, die oft ganz stark unter der Hitze und den Temperaturschwankungen leiden. Auch hier kann man das nicht über das Alter definieren, da spielen ganz viele Faktoren eine Rolle.

Aber ganz generell würde ich alle Pferde in so heißen Phasen jeden Tag ganz besonders genau ‚anschauen‘. Manch einer kennt sein Pferd sehr genau und merkt ganz schnell, wenn etwas aus dem Lot ist.. Sonst kann ich nur empfehlen ein paar wichtige Parameter vom eigenen Pferd im Normalzustand zu prüfen, um dann ggf. Abweichungen feststellen zu können: Puls, Atmung und Temperatur sind wichtige Anhaltspunkte – beim erwachsenen Pferd gilt erst eine Temperatur über 38,5 Grad als Fieber. Um den Kreislauf zu prüfen, kann man auf das Zahnfleisch drücken und prüfen wie lange es dauert bis die Druckstelle wieder dieselbe Farbe hat wie vorher (sollte unter 3 sec. liegen).

Wichtig ist gerade auch in dieser Phase eine ausgewogene Versorgung mit Mineralstoffen und bei intensiver Arbeit ggf. auch mit Elektrolyten. Insgesamt empfehle ich gerade in der heißen Zeit darauf zu achten, dass das Futter leichtverdaulich ist und den Stoffwechsel des Pferdes nicht belastet.

Ach ja und dann wäre mir persönlich noch ein Anliegen, dass alle, die auch an heißen Tagen mit einem Pferd umgehen sich zumindest feste Schuhe anziehen, insbesonders, wenn sie mit Pferden hantieren, die beschlagen sind. So versiert jemand auch sein mag und wie ruhig ein Pferd auch scheinen mag – das Pferd bleibt letztlich ein Fluchttier und wer schon einmal einen Fuß gesehen hat, auf dem ein beschlagener Huf ungeschützt gedreht hat, der wird dieses Risiko künftig nicht mehr leichtfertig eingehen! Wenn ich sehe, dass manch einer Flip-Flops oder gleich barfuß speziell zum beschlagenen Pferd geht, das sich oft auch noch wild gegen Insekten wehrt, kann ich immer nur hoffen, dass alles gut ausgeht…

Ich hoffe, ihr und eure Pferde kommen gut durch die heiße Zeit!

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde