Stallwechsel

Gerade im Frühjahr stelle ich vermehrt die Bereitschaft zum wechseln des Stalls fest. Ich kann gut nachvollziehen, dass es nicht immer einfach ist einen passenden Platz für euren Vierbeiner zu finden, ganz besonders wenn man Wert darauf legt, dass es dem Pferd, das ja mehr oder minder den ganzen Tag dort verbringt, auch wirklich gut geht.

Zuerst gilt es natürlich einmal die grundsätzliche Entscheidung Boxen- oder Offenstall zu treffen. Viele glauben, dass der Offenstall immer die beste Lösung für jedes Pferd ist. Ich persönlich denke, dass auch diese Entscheidung sehr individuell getroffen werden sollte (dabei denke ich jetzt ehrlich gesagt auch nur an das Pferd und nicht an den Komfort für den Besitzer). Meiner Erfahrung nach eignen sich nicht alle Pferde ganz automatisch dazu 24h in einem Offenstall zu leben.. Dazu kommt noch, dass heute die Gruppen in den manchen Offenställen recht groß sind und wenn ein Pferd dann stets am unteren Ende der Hierarchie leben, d.h. ruhen, fressen und trinken muss, kann es durchaus auch relevant sein welche Möglichkeiten der Stall bietet. Rangniedere Pferde schätzen manchmal durchaus auch die geschützte Haltung in einer Box, wo sie sich ausrasten oder auch mal ganz ohne Stress fressen können…

Auch wenn Ihr euch für Boxenhaltung entschieden habt, dann gibt es da noch einige ganz wichtige Dinge, die ich hinterfragen würde, bevor ich eine Zusage machen würde.

Eines sollten wir uns aber immer vor Augen führen: jeder Stallwechsel bedeutet Stress für das Pferd – wir reißen es aus der gewohnten Umgebung, trennen es ggf. auch von Freunden etc. Letztlich bin aber davon überzeugt, dass wir diesen Schritt tun, weil er uns notwendig erscheint, aus welchem Grund auch immer. Dennoch sollten wir im Intereresse unserer Pferde versuchen den neuen Stall möglichst gut auszuwählen.

Mit individuellen Bachblütenmischungen kann ich euer Pferd bei einem Wechsel zusätzlich unterstützen. Wichtig wäre dabei aber, dass die Gabe schon ein paar Tage vor dem Umzug verabreicht wird.

Gerne stehe ich euch auch beratend bei einem Stallwechsel zur Seite (kostengünstig per Telefonberatung nach Terminvereinbarung).

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich wie immer gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde

 

 

 

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Kleine Dinge – Große Wirkung…

Oftmals besteht meine Tätigkeit als Vitalcoach darin Puzzlesteine zu einem Ganzen zusammenzufügen oder zu versuchen die Ursache für ein bestimmtes Verhalten herauszufinden.

Das mag jetzt vielleicht ein wenig theoretisch klingen, daher möchte ich es an Hand eines Beispiels mit Leben erfüllen: wenn ich beispielsweise bei einem Pferd einen erhöhten Stresslevel bemerke, dann versuche ich durch gezielte Fragen an den Pferdebesitzer und eventuell den Betreuer des Pferdes mögliche Ursachen herauszufinden. Haben wir dann etwas ‚Verdächtiges‘ gefunden, gilt es Lösungswege zu suchen, um die Situation für das Pferd zu verbessern.

Meiner Erfahrung nach wird gerade bei Boxenpferden häufig unterschätzt wieviel Stress durch einen ungeliebten Boxennachbarn ausgelöst werden kann. Die Pferde können in den Boxen ja kaum ausweichen und werden manchmal durch die Anordnung der Futterkrippen bzw. den Vorlageplatz des Heus noch dazu gezwungen unmittelbar neben dem Nachbarn zu fressen. Manchmal sieht man, dass die Pferde  ins Gitter beißen oder dem Nachbarn drohen.

Ich habe den Eindruck, dass es früher eher üblich war, dass darauf geachtet wurde, ob benachbarte Pferde auch gut miteinander auskommen. Heute bekommt ein neues Pferd oft die gerade freie Box und die Tiere müssen sich damit abfinden.

Manch einer von uns hat vielleicht einen Nachbarn, mit dem man nicht so gut auskommt, doch wir haben den großen Vorteil, dass wir üblicherweise in unseren eigen vier Wänden unseren Nachbarn weder sehen noch fühlen. Wie mag sich das aber für ein Pferd anfühlen, das doch oft viele Stunden neben einem anderen Pferd verbringen muss, das ihm unsympathisch ist?

Ein Umstellen der Pferde ist heute in den meisten Ställen kaum mehr zu bewerkstelligen, manchmal kann es aber schon helfen, wenn die Fressplätze der nicht so verträglichen Tiere so gelegt werden, dass die Distanz möglichst groß ist. In einigen Fällen konnten wir durch einen teilweisen Sichtschutz zwischen den Boxen Abhilfe schaffen. Man muss hier ja nicht gleich etwas fixes montieren, sondern kann beispielsweise einmal mit einem Stoff oder einer Plane versuchen, ob die Situation dadurch verbessert werden kann. Wenn es sich bewährt, dann kann man sich ja eine ’schöne Lösung‘ einfallen lassen.

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde

Fieber messen beim Pferd

Es gibt immer wieder Situationen, wo es sinnvoll ist die Temperatur des Pferdes zu messen, manchmal fragt ja auch der Tierarzt bereits beim telefonischen Erstkontakt danach. Damit ist klar, dass ein Thermometer ein ganz wichtiger Bestandteil der Stallapotheke darstellt.

Dazu ist es natürlich wesentlich zu wissen in welchem Rahmen sich die Körpertemperatur des Pferdes üblicherweise bewegt. Anders als beim Menschen wird eine Temperatur zwischen etwa 37,0 und 38,0 Grad als normal eingestuft (bei Fohlen ca. um 0,5 Grad höher). Ab 38,5° spricht man auch beim Pferd von Fieber. Eine Temperaturerhöhung kann auch durch Stress oder Schmerz verursacht werden. Absolut beunruhigend wäre jedoch eine Körpertemperatur unter 36 Grad, weil dies der Hinweis auf eine Schocksituation sein könnte (-> Tierarzt!!).

Die Messung erfolgt im After des Pferdes und mit den heutigen Geräten geht das schnell und ist bei den meisten Pferden auch kein Problem mehr. Aus Sicherheitsgründen sollte das Thermometer mit einem starken Faden gesichert werden. Wichtig ist, dass das Thermometer vorsichtig eingeführt wird und der Schweif dabei mit der anderen Hand gut festgehalten wird, dass sich das Pferd nicht beim abwehrenden Einklemmen des Schweifs selbst das Thermometer irgendwie unglücklich hineinrammen kann! Am besten, ihr lasst euch das Fieber messen von jemandem zeigen, der das schon öfter gemacht hat. In letzter Zeit gibt es auch immer öfter Erste Hilfe Kurse, die von Tierärzten angeboten werden.

Fiebermessen gelegentlich zu üben, ist wirklich empfehlenswert. Wenn sich ein Pferd im Afterbereich berühren lässt, ohne abzuwehren, kann man es beispielsweise vorsichtig mit Thermometer versuchen. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass man dann die ‚Normaltemperatur‘ des eigenen Pferdes kennt :-).

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde

 

Stress bei Pferden

Nicht nur wir Menschen leiden in der heutigen Zeit vermehrt unter Stress, sondern leider auch unsere Pferde.

Zum Einstieg vielleicht einmal zwei wesentliche Aspekte:

  • Eigentlich ist unser Pferd dafür gemacht täglich lange Strecken im Schritt zurückzulegen und dabei laufend wenig nährstoffhaltige, aber balaststoffreiche Nahrung zu sich zu nehmen. Der gesamte Verdauungstrakt des Pferdes ist so ausgelegt aus aller aufgenommenen Nahrung das Maximum zu verwerten.
  • Pferde sind Herdentiere, können die Zugehörigkeit zu einer Gruppe in der Natur aber mehr oder minder frei wählen

Sehen wir uns im Vergleich dazu gleich einmal unsere heutigen Haltungsformen an. Viele Pferde werden in Boxen gehalten und bekommen hoffentlich zumindest für einige Stunden freien Auslauf, oft auch in Gruppen. Die Futterration und die Häufigkeit wird vom Menschen gesteuert. Wie oft wird dabei übersehen, dass ein Pferd als Dauerfresser nie mehr als vier Stunden Freßpause haben sollte? Der eindeutige Vorteil dieser Haltungsform ist sicherlich, dass das Pferd sich in den Zeiten in der Box ’sicher‘ fühlen und regenerieren kann. Andererseits kann auch ein unpassender Boxennachbar zu einem Streßfaktor werden. Ideal wäre es dann die Box (oder den Nachbarn) wechseln zu können, sollte dies nicht möglich sein, hilft eventuell zumindest ein teilweiser Sichtschutz zum ungeliebten Nachbarn.

Wenn Pferde in Offenställlen leben, würfeln letztlich wir Menschen die Gruppen aus Pferdesicht beliebig zusammen. Solange die Räumlichkeiten ausreichend groß dimensioniert sind und genügend Futter-, Trink- und Schlafstellen zur Verfügung stehen, kann das auch funktionieren. Der große Vorteil dabei ist natürlich, dass die Pferde sich in definiertem Rahmen frei bewegen können und oft auch 24h Raufutter zur Verfügung haben, was der Natur des Pferdes grundsätzlich entgegenkommt.

Pferde, die gestresst sind, leiden oft an Verdauungsstörungen – wie beispielsweise Kotwasser oder Blähungen.

Kürzlich wurde ich zufällig Zeuge einer für das Pferd stressigen Situation, die dem Besitzer aber gerade einmal ein ‚da muss er durch‘ entlockte: das Pferd stand angehängt alleine am Putzplatz und wurde durch ein plötzlich auftretendes Geräusch erschreckt. Als Fluchttier wollte es weg, konnte es aber nicht, weil es ja angebunden war. Zum Stress wegen der fehlenden Fluchtmöglichkeit kam auch noch die schmerzliche Einwirkung im Genick.

Auch Langeweile kann in Stress ausarten! Pferde sind von Natur aus entdeckungs- und experimentierfreudig. Das merkt man auch immer sehr deutlich, wenn man mit dem Pferd neue Dinge macht, wie beispielsweise bei der Bodenarbeit. Manchen Pferden wurde dies leider schon im Jugendalter verleidet und diese Pferde reagieren dann wiederum manchmal eher wieder gestresst auf neue Anforderungen.

Das Pferd kann auch durch Schmerzen gestresst werden. Warum? Es ist ein Fluchttier und als solches bei erkennbaren Schwächen eine leichte Beute. Manche Pferde zeigen äußerlich übrigens erst spät  Anzeichen für Schmerzempfinden wie beispielsweise Lahmheit. Das bedeutet im Umkehrschluß: nur weil das Pferd nicht lahmt, heißt das nicht zwangsweise, dass auch alles in Ordnung ist.

Pferde sind sehr sensibel und so kann auch Stress vom Besitzer auf das Pferd übertragen werden. Wenn Ihr beispielsweise abgehetzt nach einem harten Arbeitstag in den Stall kommt und noch schnell reiten wollt, wird das vermutlich nicht so gut klappen.

Manchmal haben auch unsere Pferde ‚einen schlechten Tag‘ oder können sich einfach nicht so gut konzentrieren – als Besitzer wissen wir ja oft nicht was gerade vorher vorgefallen ist. Gab es vielleicht eine Jagd in der Gegend und das Pferd befindet sich noch immer in Anspannung?

Pferde, die ihren Stress deutlich zum Ausdruck bringen – sei es in ihrer Mimik, durch häufiges Misten bzw. ihrem Fluchtverhalten sind als solche leicht zu erkennen. Allerdings gibt es extrem viele, nennen wir sie mal ‚passive Stresstypen‘, die äußerlich kaum wahrnehmbar reagieren. Das kann sich manchmal nur in einem leicht festgehaltenen Unterkiefer äußern, es kann aber auch sein, dass das Pferd komplett ‚abschaltet‘ und kaum mehr auf äußere Eindrücke zu reagieren scheint. Wenn sich ein Pferd in diese Richtung verändert (hat), sollte dies für den Besitzer das Signal sein sich auf die Suche nach der Ursache zu begeben.

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde

 

Anmerkung: die genannten Stressfaktoren verstehen sich beispielhaft und sicher nicht vollständig…

 

Gras im Herbst…

Der Herbst ist für die Pferde wieder eine Zeit der Umstellung..

In den meisten Betrieben (egal ob Boxen- oder Offenstallhaltung) werden die Graskoppeln ab einem bestimmten Zeitpunkt quasi von heute auf morgen komplett geschlossen. Manche Pferde hatten vielleicht zuvor 24 Stunden am Tag Zugang zur Koppel – wir alle wissen, dass das vielleicht nicht für jedes Pferd geeignet ist, aber das ist ein anderes Thema… Ich persönlich halte es auch für wichtig, dass man im Herbst so etwas wie ein ‚abgrasen‘ durchführt. Damit meine ich, dass man zum Ausklingen der Koppel- und Grassaison mit dem Pferd noch eine Weile täglich an der Hand zum grasen geht, um auch diese Umstellung möglichst gleitend zu gestalten.

Ich persönlich finde es auch besser, wenn eine 24-Stunden-Koppel schon im Oktober geschlossen wird, wenn das Gras schon sehr kurz ist und die Nächte kälter werden. Dadurch könnte die Fruktan-Aufnahme zu manchen Zeiten trotz parallel angebotenem Heu für manche Pferde schon zum Problem werden.

Wenn ich hingegen mit meinem Pferd an der Hand zum grasen gehe, kann ich entscheiden wo, wann und wie lange ich es fressen lasse.. Auch hier gilt natürlich: es ist immer vorteilhaft vor einer Grasfütterung Heu zu reichen.

Liebe Grüße,
Eva

PS: alle Aussagen hier beziehen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer, auch wenn im Text aufgrund der Lesbarkeit nur die männliche Variante genannt wurde